Zwischen Tempo und Ausdauer – wenn Technik auf Höchstleistung trifft
Was Projektmanagement und Leichtathletik gemeinsam haben.
«Du bereitest dich lange darauf vor – und hast dann genau eine Chance.»
Kirsten Friedrich, Projektingenieur Heizung/Kälte bei Equans Switzerland
Die Aula ist voll. Stimmen hallen durch den Raum, Pläne liegen aus, erste Gespräche entstehen. Rund 300 Fachpersonen sind an diesem Tag versammelt – ein Projektstart, der eher wie ein Grossanlass wirkt als wie ein klassisches Meeting.
Für Kirsten Friedrich, Projektingenieur Heizung/Kälte bei der Equans Switzerland AG, ist es der Moment, in dem aus abstrakter Planung Realität wird.
„Erst dort habe ich wirklich verstanden, wie viele Parteien gleichzeitig an so einem Projekt arbeiten.“
Neun Gebäude, hunderte Schnittstellen, ein eng getakteter Zeitplan. Und mittendrin ein Team, das alles zusammenhält.
Der Wettkampf: Eine Chance entscheidet alles
Noch bevor ein Projekt startet, gibt es einen Moment, der alles entscheidet.
„Du gibst genau einmal deinen Preis ab“, erklärt Kirsten. „Und dann musst du überzeugen.“
In Ausschreibungen treten mehrere Teams gegeneinander an. Faktoren wie Preis, Qualität, Erfahrung und verfügbare Ressourcen bestimmen, wer den Zuschlag erhält.
„Das ist wie ein Wettkampf“, sagt er. „Du bereitest dich lange darauf vor – und hast dann genau eine Chance.“
Wie im Spitzensport zählt hier die Leistung im entscheidenden Augenblick.
Der Start: Wenn Tempo gefragt ist
Kaum ist der Auftrag vergeben, gibt es keinen sanften Einstieg.
„Du bekommst den Auftrag – und eigentlich solltest du schon gestern gestartet haben“, sagt Kirsten und lacht.
Lieferanten müssen kontaktiert, Preise verhandelt, Material bestellt werden. Und das alles unter Zeitdruck. Denn jede Verzögerung wirkt sich auf den gesamten Ablauf aus.
„Wenn ich zu spät bestelle, verschiebt sich alles nach hinten. Das lässt sich später kaum mehr aufholen und kann das ganze Bauprojekt verzögern.“
Ein schneller, präziser Start ist entscheidend – ähnlich wie im Sprint, wo Millisekunden den Unterschied machen.
Die Strecke: Aus Tempo wird Ausdauer und Rhythmus
Sobald die ersten Prozesse laufen, verändert sich der Fokus.
Nicht mehr reine Geschwindigkeit entscheidet, sondern Ausdauer, Übersicht und ein stabiler Rhythmus. Material trifft ein, Monteure starten, Abläufe greifen ineinander.
„Dann geht es darum, alles im Griff zu behalten“, erklärt Kirsten. „Wenn sich etwas verzögert, betrifft das sofort andere Projektbereiche.“
Ein fehlendes Bauteil, ein verschobener Termin – und das System reagiert wie ein Dominoeffekt.
Der Projektalltag ist gleichmässig und ausdauernd, verlangt Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, jederzeit auf Unvorhergesehenes zu reagieren.
Das Team: Ein Staffellauf ohne Fehler
Was von aussen wie eine einzelne Aufgabe wirkt, ist in Wirklichkeit Teamarbeit auf höchstem Niveau.
„Alleine funktioniert das nicht“, sagt Kirsten. „Du brauchst das ganze Team.“
Vom Einkauf, der Konditionen verhandelt, über die Montageleitung bis hin zu den Monteuren – jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Die Parallele zum Staffellauf ist offensichtlich: Jede Übergabe muss sitzen.
„Die Monteure sind am Ende diejenigen, die draussen stehen und die Leistung bringen“, sagt er. „Aber ohne das, was vorher passiert, geht das nicht.“
Wie im Leistungssport arbeiten viele im Hintergrund, damit im entscheidenden Moment alles funktioniert.
Wenn alles zusammenläuft
Mit zunehmender Projektdauer verschiebt sich der Fokus erneut.
Aus Geschwindigkeit und Wettbewerb wird Steuerung und Verantwortung. Kirsten beschreibt es als ein System, das sich selbst trägt – solange alle Gewerke ineinandergreifen.
„Wenn alles läuft, dann weisst du, dass die Planung erfolgreich war.“
In diesen Momenten zeigt sich, worum es wirklich geht: Präzision in der Ausführung, Stolz auf das Ergebnis und die Power, mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu meistern.
Rhythmus statt Dauerbelastung
Doch kein Projekt verläuft konstant auf demselben Intensitätsniveau. Es gibt Phasen hoher Belastung und ruhigere Abschnitte. Genau dieser Wechsel macht langfristige Leistung möglich.
„Das ist wie eine Sinuskurve“, sagt Kirsten. „Mal geht es intensiv zu, dann wieder ruhiger.“
Wie im Sport ist nicht nur das Tempo entscheidend, sondern auch der bewusste Umgang mit Energie – und das Wissen, wann Regeneration nötig ist.
Deine Parallelwelt wartet
Tempo, Ausdauer, Teamwork – was den Spitzensport ausmacht, lebt auch in der technischen Welt. Präzision trifft auf Teamgeist, Energie auf gemeinsamen Stolz.
Hier entstehen Ergebnisse, die sichtbar sind, Verantwortung, die zählt, und Teams, die tragen.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, dein eigenes Rennen zu starten.
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Dein nächster Start wartet schon.